27.05.2010 - Jörg Pieper weiter volle Armkraft voraus
Lichtringhausen. Handbiker Jörg Pieper ist mit guten Ergebnissen in die neue Saison gestartet. Der Lichtringhausener mischt auch in diesem Jahr wieder bei der deutschen „Citymarathon-Trophy“ und der internationalen Rennserie „European Handbike Circuit“ vorn mit. Platzierungen unter den besten zehn bei den nationalen Rennen sowie in der ersten Hälfte des Feldes im internationalen Vergleich waren Standard, aber es könnte noch weiter nach oben gehen. „So richtig gut läuft es noch nicht. Ich kriege derzeit nicht den vollen Druck auf den Hebel und laufe der Form noch etwas hinterher“, sagt der querschnittsgelähmte Top-Athlet.
Die besten Platzierungen sammelte der 44-Jährige gleich zu Saisonbeginn, als er beim „Wüstenrennen“ in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, in der Kombinationswertung aus Zeitfahren, Straßenrennen und Bergrennen auf Platz sechs im international besetzten Feld vorfuhr – als bester der vier deutschen Starter. Da hatten sich die Trainingslager auf Lanzarote und mit dem deutschen Nationalteam auf Mallorca ausgezahlt. Bei den weiteren EHC-Rennen legte Pieper in Rosenau (Frankreich, Elsass) Rang 18 nach und beim Einzelzeitfahren in Schenkon, am Sempachersee in der Schweiz, folgte Platz 20. Letzteres war allerdings „eine wahre Regenschlacht, die keinen Spaß gemacht hat“ und zog eine starke Erkältung nach sich.
Bei den Marathons in Deutschland sprangen ein achter Platz in Hamburg und zwei vierte Plätze in Düsseldorf und Mainz (Halbmarathon) heraus. Zwar sind diese Ergebnisse nicht so gut wie im Vorjahr, doch immerhin konnte sich Jörg Pieper bei allen Veranstaltungen in seiner eigenen Zeit verbessern. „Da sieht man auch, dass die Sportart immer professioneller wird“, sagt Pieper, der sich von der Tatsache, in der ersten Saisonhälfte nicht zu den besten drei in Deutschland zu gehören, nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dort muss er hin, damit er 2012 an den Paralympics in London teilnehmen kann. „Ich sehe das nicht so eng, entscheidend wird es erst im nächsten Jahr.“
Zumal sich bei ihm auch einiges geändert hat, was sich erst noch einspielen muss. Im Winter ist der Lichtringhauser vom „Otto-Bock-Team“ zum „Team Sopur“ gewechselt. Die Mannschaft des Herstellers von Rollstühlen und Handbikes wird noch professioneller geführt und stellt den Teamgedanken mehr in den Vordergrund als das vorherige Team. Hinzu kommen ein neues Rad, eine neue Sitzposition, ein neuer Trainer und ein neues Trainingsprogramm mit mehr Intervallen. „Auf diese ganzen Sachen muss sich der Körper erstmal einstellen“, sagt Pieper.
Im Sichtungstrainingslager auf Mallorca hatte er ersten Kontakt zum Nationalteam, welches bei den großen internationalen Meisterschaften aber, je nach Stand in der Nationenwertung, nur zwei oder drei Fahrer pro Behinderungs-Klasse starten lassen kann. „Da wollen die natürlich Ergebnisse sehen“, weiß Pieper.
Vor der Sommerpause stehen noch vier Wettkämpfe an. Ein Marathon in Duisburg am Sonntag, die Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen und Zeitfahren am 19./20. Juni sowie ein EHC-Rennen eine Woche später in Österreich.