
Ein absolutes Highlight war für U13-Radrennfahrer Julian Rottmann die Teilnahme an der 8. Ostthüringen Tour in Gera, einer der wenigen Etappenfahrten für U11/U13 sowie weibl. U15 in Deutschland. 89 Teilnehmer aus 10 Bundesländern allein in der U13 männlich sprechen für die Einmaligkeit dieser Veranstaltung. Neben Julian nahmen auch die Fahrer Luca Felix Happke (Thriathlon Witten) und Nils Seltmann (RC Victoria Neheim) aus dem Bezirk Westfalen-Mitte am Rennen teil. Daneben waren aus NRW noch Timo Funck (RSG Heinrich Böll Gesamtschule) und Bernhard Maigre (Strumvogen Bonn) mit von der Partie.
3 Etappen plus Prolog galt es zu absolvieren. Der Bericht von Dietmar Rottmann:

Prolog (Freitag):
Im Geraer Stadtzentrum galt es 12 Runden auf einem 600 Meter langen Rundkurs zu absolvieren. Davon 300 Meter schlechter Asphalt und 300 Meter Kopfsteinpflaster. Wegen der Kürze der Strecke und der Trikotvergabe der 1998er (gelbes Trikot) und der 1999er (weißes Nachwuchstrikot) gab es 2 Kriterien für den 1998er Jahrgang und ein Rundstreckenrennen für den 1999er Jahrgang. Julian fasste sich gleich ein Herz und vertrat die Abteilung Attacke. Genauer: Er flüchtete gleich nach dem Start und baute seinen Vorsprung gegenüber den anderen 40 Konkurrenten kontinuierlich aus. Überglücklich siegte der 11-jährige TV’ler nach 12 Runden vor Juri Hollmann (Zugvogel Berlin) und Niklas Märkl (RV Queidersbach). Kollege Felix Happke vom TV Triathlon Witten tat es Julian gleich und siegte ebenfalls nach Soloflucht im 1. Kriterium. Ein optimaler Auftakt also, obwohl es nur eine reduzierte Punktzahl zu erzielen gab.
1. Etappe - Geschicklichkeitsfahren (Samstag):
Samstag früh waren Julian und Felix gleich in der 1. Startgruppe um 9.30 Uhr. Das bei uns weitestgehend unbekannte Geschicklichkeitsfahren nach BDR-Norm forderte Julian enorm. In den östlichen Bundesländern ist es Unterrichtsbestandteil an den Schulen, hier übt es keiner. Trotzdem erzielte Julian mit einer fehlerfreien Bestzeit von 27 Sekunden den 30. Platz und die zweitbeste Zeit eines NRW-Fahrers.
2. Etappe - Rundstreckenrennen (Samstag):
Gemeinsam mit Bahnkollegen Felix Happke war ein Fluchtplan besprochen, der auf dem winkligen, 1,1 km langem Holperkurs rund um die Geraer Radrennbahn leider "in die Hose" ging. Aus der zweiten Reihe hatte Julian eigentlich beste Startchancen, wenn nicht, ja: wenn nicht der Träger des gelben Trikot direkt vor ihm nach fünf Metern anhielt, da er nicht in die Pedale kam. Bevor Julian vorbei kam war flugs ein 150 Meter Loch zur Spitze entstanden.
Mit Wut im Bauch jagte Julian den führenden Felix Happke und Nik Schröter (RSV Finsterwalde) hinterher. Er erzielte auch in der 1. Sprintwertung noch eine Punktebonifikation, dann ging aber nicht mehr viel, da sich die nachfolgenden Pfälzer Fahrer nicht an der Nachführarbeit beteiligten und sich darauf beschränkten, Julian bei den Sprintwertungen zu überspurten. Julian realisierte diese Situation viel zu spät und wurde daher in der letzten Runde leider nach hinten bis auf Platz 12 durchgereicht. Der Neheimer Nils Seltmann konnte hingegen noch von der 2. Verfolgergruppe zu Julians Gruppe aufschließen und einen guten 6. Platz belegen.

3. Etappe - Straßenrennen (Sonntag):
Nach der abendlichen Streckenbesichtigung freute sich Julian aufs Straßenrennen, hatte doch der 4,8 km Rundkurs immerhin 50 Höhenmeter pro Runde zu bieten. Derer vier standen auf dem Programm. Nach Gesamtrang 14 war mit Glück in seiner Lieblingsdisziplin auch noch das Nachwuchstrikot in Reichweite. Zudem stand uns Dank Platz 3 von Felix Happke auch ein Materialwagen zur Verfügung. Doch es sollte anders kommen: Das geschlossene Feld von 40 Fahrern jagte 1 1/2 Runden um den Kurs, bis Julian, der in der 3. Reihe vorne mit unterwegs war, gemeinsam mit 6-8 Fahrern zur Fall kam, denn direkt vor ihm kam ein Fahrer des RV Lingenfeld zu Fall, nachdem er das Hinterrad des Vordermannes touchiert hatte. Ebenso wie Nils Seltmann überschlug sich Julian, konnte nach kurzer Anschubhilfe das Rennen aber fortsetzen. Gemeinsam mit Nils versuchten sich die 2 Sauerländer in der Nachführarbeit. Wegen starker Rückenschmerzen musste Julian aber Eingangs der 4. Runde abreißen lassen.
Nach der Zieldurchfahrt stellte ich fest, dass er nach dem Sturz mit stark schleifender Bremse unterwegs war, also zusätzlich Kraft aufbringen musste. In der Rennhektik hatte Julian dies glatt übersehen. Trotzdem: Rennen beendet und mit Rang 52 noch den 21. Platz in der Gesamtwertung erreicht. Felix Happke belegte Gesamtrang 2 und scheiterte um 7 Punkte am Gesamtsieg, während Nils Seltmann immerhin Rang 32 belegen konnte.
Trotz des Frustes und des defeken Materials (Trikot, Hose, Helm, Reifen und Laufräder hinüber...) stand auf der Rückfahrt für Julian fest: nächstes Jahr komme ich wieder und nehme Revanche....