22.04.2010 - LVM: Spektakel auf "elefantöser Runde"


Präsentierten mit den Hoffnungsträgern des TV Attendorn vor dem Seminarcenter des Sponsors Viegener das Programm für die Landesverbandsmeisterschaften am 2. Mai: Rad-Abteilungsleiter Markus Hammer (links), die sportliche Leiterin Tanja Hennes (3.v.r.), Vereinsvorsitzender Andreas Ufer (2.v.r.) sowie die Vertreter der Sponsoren Sparkasse, Viega und Gedia.


LVM: Spektakel auf "elefantöser Runde"


Attendorn. Radsport in Attendorn, das hat Tradition. Tradition, die aktiv und erfolgreich weiter gelebt wird. Dass der TV Attendorn darauf stolz ist, zeigten die Verantwortlichen des Vereins, als sie am Wochenende im Seminarcenter ihres Sponsors Viegener das Programm ihres Renntages am 2. Mai vorstellten, an dem zugleich die Meisterschaften des Landesverbandes NRW in Attendorn ausgefahren werden. Zum dritten Mal in elf Jahren richten die Hansestädter diese mit enormem Prestige verbundenen Titelkämpfe aus, was einmal mehr auch den Stellenwert verdeutlicht, den der Verein überregional und im Verband genießt.

Diesen hat er sich über Jahrzehnte hart erarbeitet. Was unter Abteilungsgründer und „Urgestein“ Manfred Hennes, der nach wie vor oft auf den Straßen unterwegs ist, im Jahr 1964 begann, wurde konsequent fortgeführt und mündete unter anderem in mehreren Deutschen Meisterschaften, etlichen NRW-Meisterschaften und einem Bundesliga-Mannschaftssieg. Bis heute verschreiben sich die Attendorner der Nachwuchsförderung und dem Leistungsgedanken, was in den Leitlinien der Abteilung schriftlich festgehalten und durch 37 Siege im Vorjahr mit Nachdruck dokumentiert wird. „Schon 1965 hatten wir hier das erste Radrennen“, verweist Manfred Hennes auf die Kontinuität, in welcher der Verein auch große Veranstaltungen stemmt.

45 Jahre später haben, drei Tage vor Meldeschluss, schon knapp über 500 Lizenzfahrer ihre Teilnahme in Attendorn angekündigt. Elf Klassen von der U13 bis zu den Senioren gehen an den Start. „Das Feld ist in allen Klassen hochkarätig besetzt. An diesem Tag gibt es kein anderes Rennen im Landesverband. Da kommen die besten Fahrer“, erklärte Abteilungsleiter Markus Hammer. Zwischen 9 und 18 Uhr steht Attendorn dann ganz im Zeichen des Radsports. Höhepunkt der Veranstaltung ist das Rennen der Eliteklasse, die um den „Großen Preis der Sparkasse ALK“ fährt. Die Sparkasse ist auch diesmal wieder Hauptsponsor der Veranstaltung, deren Durchführung laut Hammer „etwa 10.000 Euro“ kostet.

Ein Novum ist, dass auch in der Schülerklasse U13 ein NRW-Titel vergeben wird. Gut möglich, dass sich mit Julian Rottmann dann gleich ein Fahrer des TV Attendorn als Erster in die ewige Siegerliste eintragen kann. Auch die vier Attendorner Bundesliga-Starter Dominik Ivo (U23 ; oben ein Archivbild von 2006, als er in Attendorn Silber holte), Jessika Eckhardt (Juniorinnen) und, allen voran, das starke Damenteam um Christina Becker und Anika Werheit schielen auf Medaillen, wenn nicht gar auf das Meistertrikot in den Landesfarben.

Die Strecke, die die TV-Verantwortlichen ausgewählt haben, ist einer Meisterschaft mehr als würdig. Als „elefantöse Runde“, wie sie in einschlägigen Internet-Foren bezeichnet wurde, ist die 5,9 Kilometer lange Schleife durchs Industriegebiet nicht nur deshalb bekannt, weil einer der afrikanischen Dickhäuter beim letzten Attendorner Rennen aus dem an der Strecke campierenden Zirkus ausbüxte. Wind und Berg, ständige Rhythmuswechsel und technisch anspruchsvolle Abfahrten werden den Athleten zu schaffen machen.

„Ich schätze, dass es in der Hauptklasse ein Ausscheidungsfahren gibt und nur ein Drittel das Ziel erreicht. Der Kurs ist zäh, rollt einfach nicht“, so die subjektive Beschreibung von Manfred Hennes. Aber auch mit harten Fakten ist die Schwierigkeit zu beschreiben. 100 Höhenmeter und drei Anstiege weist die Runde auf. „Beim Eliterennen mit 22 Runden ist das schon ein guter Alpenpass, den es zu überwinden gilt“, rechnet Markus Hammer vor.

Froh war Hammer darüber, dass es, auch dank Hilfe der Stadtverwaltung, gelungen ist, das Rennen vom Schwalbenohl in Richtung Innenstadt zu verlagern. Mit Start und Ziel auf der Finnentroper Straße (in Höhe des „Allee-Centers“) und dem Anstieg im Grafweg tangiert die Veranstaltung wieder das Stadtzentrum und gibt sich zuschauerfreundlich. Zwischen Heggener Straße und Stürzenberg kommt es, getrennt durch Absperrgitter, zum Begegnungsverkehr, sodass die Fahrer hier in kurzer Zeit zweimal zu sehen sind. „Wir hoffen, dass wir dadurch mehr Zuschauer ansprechen können“, so Hammer, der hinzufügte: „Und das die Sportler diesmal auch mitbekommen, dass Attendorn eine schöne Innenstadt hat.“



Dieses Bild von 2006 wird es in diesem Jahr nicht geben. Vom Kreisel im Schwalbenohl geht es diesmal nicht die Danziger Straße hinauf, sondern rein ins Industriegebiet und danach zurück in Richtung Innenstadt.
 
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