Präsentierten mit den Hoffnungsträgern des TV Attendorn vor dem
Seminarcenter des Sponsors Viegener das Programm für die
Landesverbandsmeisterschaften am 2. Mai: Rad-Abteilungsleiter Markus
Hammer (links), die sportliche Leiterin Tanja Hennes (3.v.r.),
Vereinsvorsitzender Andreas Ufer (2.v.r.) sowie die Vertreter der
Sponsoren Sparkasse, Viega und Gedia.LVM: Spektakel auf "elefantöser Runde"Attendorn. Radsport in Attendorn, das hat Tradition. Tradition, die
aktiv und erfolgreich weiter gelebt wird. Dass der TV Attendorn darauf
stolz ist, zeigten die Verantwortlichen des Vereins, als sie am
Wochenende im Seminarcenter ihres Sponsors Viegener das Programm ihres
Renntages am 2. Mai vorstellten, an dem zugleich die Meisterschaften
des Landesverbandes NRW in Attendorn ausgefahren werden. Zum dritten
Mal in elf Jahren richten die Hansestädter diese mit enormem Prestige
verbundenen Titelkämpfe aus, was einmal mehr auch den Stellenwert
verdeutlicht, den der Verein überregional und im Verband genießt.

Diesen
hat er sich über Jahrzehnte hart erarbeitet. Was unter
Abteilungsgründer und „Urgestein“ Manfred Hennes, der nach wie vor oft
auf den Straßen unterwegs ist, im Jahr 1964 begann, wurde konsequent
fortgeführt und mündete unter anderem in mehreren Deutschen
Meisterschaften, etlichen NRW-Meisterschaften und einem
Bundesliga-Mannschaftssieg. Bis heute verschreiben sich die Attendorner
der Nachwuchsförderung und dem Leistungsgedanken, was in den Leitlinien
der Abteilung schriftlich festgehalten und durch 37 Siege im Vorjahr
mit Nachdruck dokumentiert wird. „Schon 1965 hatten wir hier das erste
Radrennen“, verweist Manfred Hennes auf die Kontinuität, in welcher der
Verein auch große Veranstaltungen stemmt.
45 Jahre später haben,
drei Tage vor Meldeschluss, schon knapp über 500 Lizenzfahrer ihre
Teilnahme in Attendorn angekündigt. Elf Klassen von der U13 bis zu den
Senioren gehen an den Start. „Das Feld ist in allen Klassen hochkarätig
besetzt. An diesem Tag gibt es kein anderes Rennen im Landesverband. Da
kommen die besten Fahrer“, erklärte Abteilungsleiter Markus Hammer.
Zwischen 9 und 18 Uhr steht Attendorn dann ganz im Zeichen des
Radsports. Höhepunkt der Veranstaltung ist das Rennen der Eliteklasse,
die um den „Großen Preis der Sparkasse ALK“ fährt. Die Sparkasse ist
auch diesmal wieder Hauptsponsor der Veranstaltung, deren Durchführung
laut Hammer „etwa 10.000 Euro“ kostet.
Ein Novum ist, dass auch
in der Schülerklasse U13 ein NRW-Titel vergeben wird. Gut möglich, dass
sich mit Julian Rottmann dann gleich ein Fahrer des TV Attendorn als
Erster in die ewige Siegerliste eintragen kann. Auch die vier
Attendorner Bundesliga-Starter Dominik Ivo (U23 ; oben ein Archivbild von 2006, als er in Attendorn Silber holte), Jessika Eckhardt
(Juniorinnen) und, allen voran, das starke Damenteam um Christina
Becker und Anika Werheit schielen auf Medaillen, wenn nicht gar auf das
Meistertrikot in den Landesfarben.
Die Strecke, die die
TV-Verantwortlichen ausgewählt haben, ist einer Meisterschaft mehr als
würdig. Als „elefantöse Runde“, wie sie in einschlägigen Internet-Foren
bezeichnet wurde, ist die 5,9 Kilometer lange Schleife durchs
Industriegebiet nicht nur deshalb bekannt, weil einer der afrikanischen
Dickhäuter beim letzten Attendorner Rennen aus dem an der Strecke
campierenden Zirkus ausbüxte. Wind und Berg, ständige Rhythmuswechsel
und technisch anspruchsvolle Abfahrten werden den Athleten zu schaffen
machen.
„Ich schätze, dass es in der Hauptklasse ein
Ausscheidungsfahren gibt und nur ein Drittel das Ziel erreicht. Der
Kurs ist zäh, rollt einfach nicht“, so die subjektive Beschreibung von
Manfred Hennes. Aber auch mit harten Fakten ist die Schwierigkeit zu
beschreiben. 100 Höhenmeter und drei Anstiege weist die Runde auf.
„Beim Eliterennen mit 22 Runden ist das schon ein guter Alpenpass, den
es zu überwinden gilt“, rechnet Markus Hammer vor.
Froh war
Hammer darüber, dass es, auch dank Hilfe der Stadtverwaltung, gelungen
ist, das Rennen vom Schwalbenohl in Richtung Innenstadt zu verlagern.
Mit Start und Ziel auf der Finnentroper Straße (in Höhe des
„Allee-Centers“) und dem Anstieg im Grafweg tangiert die Veranstaltung
wieder das Stadtzentrum und gibt sich zuschauerfreundlich. Zwischen
Heggener Straße und Stürzenberg kommt es, getrennt durch Absperrgitter,
zum Begegnungsverkehr, sodass die Fahrer hier in kurzer Zeit zweimal zu
sehen sind. „Wir hoffen, dass wir dadurch mehr Zuschauer ansprechen
können“, so Hammer, der hinzufügte: „Und das die Sportler diesmal auch
mitbekommen, dass Attendorn eine schöne Innenstadt hat.“

Dieses Bild von 2006 wird es in diesem Jahr nicht geben. Vom Kreisel im Schwalbenohl geht es diesmal nicht die Danziger Straße hinauf, sondern rein ins Industriegebiet und danach zurück in Richtung Innenstadt.