25.10.2009 - Jörg Pieper holt "Trophy" und NHC-Serie





Lichtringhausen. Für Handbiker Jörg Pieper vom TV Attendorn war es wahrlich kein goldener Oktober. Bei zwei Rennen in Belgien bremste ihn eine böse Erkältung und der abschließende Marathon in Frankfurt war wegen eines technischen Defekts schon früh beendet. Die Stimmung des querschnittgelähmten Lichtringhausers konnte das aber nicht trüben, denn trotz des unglücklichen letzten Monats liest sich die Saisonbilanz fabelhaft. Auch in diesem Jahr ging es dank 14.000 Trainingskilometern steil bergauf.

Die Gesamtsiege der beiden bedeutendsten nationalen Rennserien, der „Handbike-Citymarathon-Trophy“ und des „National Handbike Circuit“ gehen erstmals auf sein Konto. Hinzu kommen beachtliche internationale Erfolge. Beim „European Handbike Circuit“ stand Platz fünf in der Jahresendabrechnung zu Buche und in der Weltbestenliste auf der Marathondistanz steht der 43-Jährige mit 1:02,50 Stunden an dritter Stelle in seiner Division – zeitgleich mit den beiden Ersten. Pieper freut sich: „Wenn ich noch ein paar Jahre habe wie dieses und gesund bleibe, dann bin ich froh. Es läuft so, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Grundlage für die tollen Erfolge war die Konstanz, mit der Pieper unterwegs war. Schon Anfang März glänzte er in Dubai, noch im September siegte er in Langenfeld und bei sämtlichen Rennen konnte er sich zeitlich gegenüber den Vorjahren verbessern. „Ich hatte ein strammes Programm, das hatten in Deutschland nur zwei andere so. Am Ende hat sich das zwar doch bemerkbar gemacht. Aber die Beständigkeit war da, das war gut“, so Pieper, dessen Fernziel die Paralympics in London 2012 sind. Diesem ehrgeizigen Unterfangen ist der Radsportler, der im Trikot des Otto-Bock-Teams startet, in diesem Jahr ein ganzes Stück näher gekommen.

Um in London und bei Weltmeisterschaften dabei zu sein, muss er den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen und zu den drei besten Deutschen gehören. „Ich sehe mich momentan an Vierter Stelle hinter Stephane Bäumann, Tobias Knecht und Max Weber. Wichtig ist, dass mein Name in diesem Jahr in den Ranglisten oft vorne aufgetaucht ist. Vielleicht bekomme ich ja mal eine Einladung für den Nationalkader“, hofft Pieper, der sich im kommenden Jahr noch mehr auf die internationalen Rennen konzentrieren möchte, um in der Rangliste des Weltverbandes Union Cycliste Internationale (UCI) weiter aufzusteigen. Pieper: „Wenn ich an diesem Jahr anknüpfen kann und mich stabilisiere, könnte es klappen.“



Jörg Pieper (rechts) bei der Siegerehrung der Gesamtwertung zur "Citymarathon-Trophy" nach dem letzten Rennen in Frankfurt. Nachdem Jörg auf holpriger Piste mit einem Plattfuß aufgeben musste, hätte ihm fast noch der Belgier Jurgen De Neve den Gesamtsieg in der Division B streitig gemacht. Weil dieser aber nicht über Platz fünf hinaus kam und "nur" auf 1474 Punkte nach sechs Rennen gleichziehen konnte, blieb Jörg Sieger. Das Reglement begünstigt bei Punkgleichheit den vor dem letzten Rennen Führenden.
 
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