
Attendorn/Duisburg. Mit dem Mountainbike durch den Eiskanal,
Straßenrennen trotz Sattelbruch und
jährliche Alpenüberquerungen - von
Simone Berei, Rad- und Leistungssportlerin im Trikot des TV Attendorn
ist man so einiges gewohnt. Mit einer Gesamtleistung von 331 Kilometern
auf dem Mountainbike beim 24-Stunden-Rennen im Landschaftspark Duisburg
ergänzte die 31-Jährige diese Reihe von Extremleistungen um einen
weiteren Punkt. In der Frauenwertung belegte sie damit den dritten
Platz, doch was zählt, ist die Herausforderung.
Schon die
Vorbereitung für so einen „Tagesausflug” ist spannend. Hast du Regen?
Hast du Sonnenschein? Wie kalt wird es Nachts? Dann die Verpflegung:
Riegel, Bananen, Äpfel, Laugenstangen, Schokolade, Gels, und für die
Nacht viel Cola und Kaffee. Dazu ein Ersatzrad und viel Beleuchtung.
„Ich hatte Sachen wie für eine ganze Woche Urlaub mit”, staunte Berei
über die Menge des nötigen Equipments.
6,9 Kilometer lang und 70
Höhenmeter schwer war der Rundkurs in Duisburg, der viel Schotter und
wenig Teer zum Ausruhen bot. Berühmt ist die Runde für ihr Flair. Sie
führt durch eine zum Park umfunktionierte Industriekulisse, über alte
Bahntrassen, entlang Blumenbeeten in stillgelegten Kläranlagen, über
alte Stahlroste in zehn Metern Höhe und über alte Halden.
30
Runden und zwölf Stunden fast ohne Stop schaffte Simone Berei bis zum
Einbruch der Dunkelheit, wo es Zeit war für die erste von drei größeren
Essens- und Ruhepausen. Danach ging es mit Licht und viel Cola durch
die Nacht.
Den Boden hat man vor lauter Staub kaum gesehen, aber
wir kannten ja schon jeden Stein und jede Wurzel”, berichtete die
Physiotherapeutin. Gegen Morgen war der Akku leer. Der Lampen-Akku
wohlgemerkt, nicht der ihre. Dies sorgte für eine Zwangspause von 4 bis
6 Uhr. Simone Berei: „Da habe ich etwas geschlafen. Ein Kaffee hat
danach geholfen - eigentlich hatte ich schon gar keine Lust mehr.”
Dennoch
ging es weiter: „Zum Ende hin bin ich fast nur noch im Stehen gefahren,
konnte nicht mehr sitzen und wusste nicht, welche Glieder ich am
meisten spürte. Aber die Super-Stimmung und tausende Zuschauer ließen
alles vergessen.”
Bis zum Sonntag legt die Attendornerin noch die
Beine hoch, denn das nächste Projekt steht vor der Tür. Mit Freunden
will sie von Innsbruck zum Gardasee pedalieren - mit 17.000 Höhenmetern
auf 500 Kilometern. Dafür nimmt sie sich aber zehn Tage Zeit, und wird
dabei sicher auch an Duisburg zurückdenken. Simone Berei: „Interessant
ist es schon, was man so schafft, vor allem über Nacht. Aber ich
glaube, sowas mache ich nicht noch mal.”

Die nächtlich illuminierte Industriekulisse des Landschaftspark Duisburg.