06.06.2009 - Fernziel: Paralympics


Lichtringhausen. Der Weg an die nationale und internationale Spitze einer Sportart ist bekanntlich hart. Er erfordert Durchhaltevermögen und ist verbunden mit Qualen und Entbehrungen, wie bei der mühsamen Durchquerung einer Wüste. Im Fall von Handbiker Jörg Pieper ist dies jedoch nicht bloß eine Metapher. Seine ersten Sporen im internationalen Vergleich verdiente sich der querschnittsgelähmte Lichtringhauser auf dem Wüsten-Kurs in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

Hier sammelte der 43-jährige als zehnter im Zeitfahren, siebter im Straßenrennen und vierter im Kriterium seine ersten Punkte in der "European Handbike Circuit" (EHC). "Es waren immerhin fast alle Paralympics-Teilnehmer und viele nationale Meister am Start. Das war für mich ein richtig gutes Ergebnis", freute sich Pieper, der kurz darauf beim zweiten Wertungslauf im französischen Rosenau seine Leistung bestägte. Hier erreicht er mit der zehnköpfigen Spitzengruppe das Ziel und wurde neunter. Zugleich erzielte er mit der Zeit von 1:10,53 Stunden eine neue persönliche Bestleistung. "Auf die Marathon-Distanz runtergerechnet wären das etwa 1:07 Stunden, drei Minuten schneller als ich mir für die Saison vorgenommen hatte. Eigentlich könnte ich den Rest der Saison die Füße hochlegen", so Pieper mit einem Zwinkern im Auge.

Neben weiteren Optimierungen an der Technik sowie der Sitzposition ist eine deutliche Steigerung des Trainingsumfangs der Grund für den weiteren Aufschwung unseres Vereinsmitglieds. Begünstigt durch Kurzarbeit sowie drei Trainingslager hat der Fahrer des "Otto-Bock-Teams" momentan 1000 Kilometer mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison unter die Reifen genommen.

So feierte er zudem am 1. Mai den Sieg bei der "Velo-Tour" in Frankfurt, dem Nachfolger des Radklassikers "Rund um den Henninger Turm". Mehr als eine Beigabe war dies aber nicht, weil es hier weder für die EHC, die "Citymarathon-Trophy" noch die nationale Rennserie Punkte gab. "Ich will in allen drei Wertungen relativ weit vorne landen", so Pieper, der zugleich ein ehrgeiziges Fernziel formuliert: "Die sind alle wichtig für die Paralympics, für die ich mich jetzt schon durch einen möglichst guten Platz in der Weltrangliste empfehlen will."
 
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