05.07.2009 - Fabelzeit für Jörg Pieper
Heidelberg. "Ich habe jetzt noch ein Grinsen im Gesicht. Heidelberg war einfach nur geil", schildert Handbiker Jörg Pieper seine noch Tage nach dem Marathon in Heidelberg anhaltende Euphorie. Mit Platz drei erzielte der für das Otto-Bock-Team und den TV Attendorn startende Lichtringhauser ein erneut gutes, aber für ihn nicht unbedingt herausragendes Ergebnis. Was ist es also, das ihm auch eine halbe Woche später noch Freude bereitet?

Es ist die Zeit, in der er die 42,195 Kilometer absolviert hatte. Nach 1:02,50 Stunden blieb die Uhr stehen. "Eine absolute Fabelzeit", erklärt Pieper, der damit unter dem alten Handbike-Weltrekord auf der Marathon-Distanz blieb. Zwei Faktoren begünstigten das schnelle Rennen. Zum einen die äußerst günstige Streckenbeschaffenheit, zum anderen die Kooperation der Fahrer untereinander, die diesmal nicht taktierten, sondern vom Start weg gemeinsam Gas gaben. Schon seit Monaten hatte die Handbike-Szene Heidelberg als den Ort auserkoren, in dem der Weltrekord und am besten auch die Stunden-Schallmauer fallen sollte. Sogar die Deutsche Meisterschaft hatten Pieper und andere sausen  lassen, um in Heidelberg dabei zu sein. Das erste Ziel gelang, das zweite verfehlte die fünfköpfige Spitzengruppe der weniger stark als Pieper gehandicapten Kniebiker um die Winzigkeit von drei Sekunden. Im Sprint der dahinter folgenden Dreier-Gruppe musste der seit 2002 querschnittsgelähmte Radsportler seine Kontrahenten passieren lassen, kam als dritter seiner Klasse und achter insgesamt ins Ziel. "Das Ergebnis war mir egal, deswegen habe ich viel geführt. Immerhin kann ich ja jetzt sagen: Es gibt weltweit nur sechs Leute, die im Marathon schneller als ich waren."

Das aber nicht immer alles rund laufen kann, musste Pieper eine Woche zuvor erfahren. Auch im hessischen Lorsch hatte er sich etwas ausgerechnet, schied aber in aussichtsreicher Position liegend wegen eines Defekts aus.

Schon am Wochenende geht es für Pieper mit einem Wochenende in Tschechien weiter, danach kommt die Sommerpause. Auch hier will er wieder alles geben, ist sich aber sicher: "Die Zeit von Heidelberg werde ich so schnell nicht mehr fahren."
 
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