15.07.2008 - Jörg Pieper zur Halbzeit dritter der "Trophy"

Attendorn. Für Handbiker Jörg Pieper vom TV Attendorn fällt das Fazit der ersten Saisonhälfte positiv aus. Der seit seinem fürchterlichen Radunfall vor sechs Jahren querschnittgelähmte Lichtringhausener steht, wie am Ende der letzten Saison, in der „Citymarathon-Trophy“ nach drei von sechs Läufen auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Und beim „Stuttgarter Zeitungslauf“ fuhr er im Halbmarathon vor drei Wochen den ersten Sieg seiner noch recht jungen Handbike-Karriere ein. „Da konnte ich auch an den Steigungen vorne mithalten und hatte auch endlich mal Glück“, freute sich Jörg Pieper. Bei brütender Hitze von 34 Grad fuhr er in der ersten Gruppe mit und hatte im verwinkelten Zielbereich und im Schlusssprint die beste Position, die er bis zum Zielstrich verteidigen konnte. Auf dem sehr hügeligen Kurs mussten einige Fahrer vorzeitig mit Defekten ausscheiden, die aus hohen Bordsteinkanten und rauem Kopfsteinpflaster resultierten. Bei 41 Minuten und 22 Sekunden blieb am Ende die Uhr stehen.

Mit gemischten Gefühlen blickt Pieper auf die ersten drei Marathons des Jahres zurück. „Die Zeiten waren alle schneller als letztes Jahr. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. Ich war zwar immer in der richtigen Gruppe, konnte aber am Ende nicht mithalten“, so der 42-jährige. Zum Auftakt in Hamburg Ende April wurde der Radsportverrückte siebter, eine Woche später in Düsseldorf sogar „nur“ zehnter, nachdem er erst lange alleine der Spitzengruppe hinterher eilte und am Ende von der zweiten Gruppe geschluckt und übersprintet wurde. In Mannheim platzte schließlich der Knoten, als er als zweiter erstmals zur Siegerehrung bleiben musste. Knapp 40 Teilnehmer seiner Lähmungshöhe starten durchschnittlich pro Marathon, etwa 130 Handbiker sind es insgesamt. Trotz Platz drei in der Zwischenwertung der „Citymarathon-Trophy“ befürchtet Pieper, diese Platzierung nur durch drei weitere Treppchenplätze bis zum Ende halten zu können, da einige Konkurrenten einen Lauf ausgelassen haben, diesen aber als Streichergebnis anrechnen lassen können.

Weiter in der „Trophy“ geht es erst nach Ende der Sommerpause im September in Berlin, später in Köln und Frankfurt. In Berlin will der ehrgeizige Handbiker seinen persönlichen Rekord von 1:14,30 Stunden angreifen: „Das wird ein sehr schneller Marathon, weil dann auch die Teilnehmer der Paralympics in Peking mit dabei sind.“

Um sein Ziel zu erreichen dreht Pieper seine Trainingsrunden jetzt nicht mehr nur um Bigge und Lister. Mit einem bunten Fähnchen, das ihn für Autofahrer schon von weitem sichtbar macht, trainiert er mittlerweile mit seinen Rennrad-Vereinskollegen und auf  anspruchsvolleren Strecken. Auf genau den Strecken, die er früher mit dem Rennrad fuhr. Schon allein das kann die Kämpfernatur als Triumph für sich werten.

 
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