Mit Platz neun bei der Deutschen Straßenmeisterschaft der weiblichen
Jugend in Unna erfüllte die Oberelsperin und letztjährige Deutsche
Schülermeisterin im Rennen über 58 Kilometer die in sie gesetzten
Erwartungen. "Ich wollte unter die ersten 15 kommen, also bin ich
zufrieden", freute sich die 14-jährige, gestern drittbeste ihres
Jahrgangs.
Eine hervorragende Leistung von ihr war es vor allem deshalb, weil sie
ab der Hälfte des Rennens durch ein in Folge einer Kollision
blockiertes Laufrad im wahrsten Sinne des Wortes "ausgebremst" wurde
und das Streckenprofil der Bergspezialistin alles andere als entgegen kam. Auf dem mit
nur einer nennenswerten Steigung am Schloss Opherdicke versehenem,
überwiegend flachem und damit einer Meisterschaft kaum würdigen, 18
Kilometer langen Rundkurs um Unna lieferten sich die U17-Fahrerinnen
ein "taktisches Rennen", das konsequenterweise im Massenspurt endete,
den erwartungsgemäß Sarah-Lena Hoffmann (RV Wombach) vor der
Wuppertalerin Simona Janke für sich entschied.
Zwar gab es immer wieder Vorstöße, doch auf dem flachen Kurs hatten
Ausreißer keine echte Chance, sodass sich die Favoritinnen bis zum
Schluss zurückhielten. "Auf dem letzten Kilometer war es unheimlich
hektisch und eng. Da gab es einige Stürze, direkt hinter mir hat es
geknallt", so Jessika, die sich bei den Ausreißversuchen ebenfalls nicht beteiligte und zeitgleich mit der Siegerin als neunte den
Zielstrich überquerte.
Von einem Sturz war auch sie eine Runde zuvor betroffen. Zwar blieb sie
auf dem Rad, doch als ihr eine Konkurrentin unaufmerksam ins Rad fuhr
und stürzte, konnte Jessika nicht ausweichen und bekam einen
Riesenschlag ins Vorderrad, das fortan an der Bremse schleifte.
Zudem musste sie anhalten, um ihren bei der Kollision geöffneten
Schnellspanner wieder zu schließen. "Wieder ranzufahren, hat richtig
Kraft gekostet. Deshalb habe ich auch kein neues Vorderrad vom
Materialwagen geholt, weil das sehr lange gedauert hätte."
Für Jessika Eckhardt gab es noch einen weiteren Grund zur Freude. Sie
wurde vom Bundestrainer unmittelbar nach dem Rennen in den
Nationalkader für die "Südpfalz-Tour" am kommenden Wochenende
nominiert. Dort tritt sie mit dem zehnköpfigen deutschen Team im
Länderkampf über drei Etappen unter anderem gegen Italien an.
So konnten sich die Eckhardts auch als Zuschauer bei tollem Wetter über die zeremonielle Siegerehrung freuen. Überhaupt herrschte bei der vom RSV Unna hervorragend organisierten Meisterschaft eine tolle Stimmung. Nicht nur im Zielbereich bevölkerten mehrere hundert Zuschauer den Streckenrand, sondern auch bei den Ortsdurchfahrten herrschte oft Volksfeststimmung.
Beim Mountainbike-Bundesligarennen am letzten Wochenende in Schotten wurde Jessika übrigens Achte.

"Wollen wir, oder wollen wir nicht?" - Ausreißversuche waren auf dem leicht hügeligen Kurs um Unna zum scheitern verurteilt, weshalb sich die U-17 Fahrerinnen meistens nur anguckten und sich das Feld (wie unten) auf die ganze Breite der Straße verteilte. Jessika fährt hier an zweiter Position und hielt sich auch sonst meistens im vorderen Bereich des Feldes auf.

Diese Auffahrt zur Autobahnbrücke war eine der Stellen, die weh taten.

Das große Finale nach 58 Kilometern Anlauf. Am Ende hat Sarah-Lena Hoffmann (ganz links, halb verdeckt) die Nase vor Simona Janke (im grünen Trikot) vorne. Jessika Eckhardt (dritte von links) erreichte als neunte noch eine Platzierung.

In diesem Jahr war konnten die Attendorner bei der Siegerehrung (links) nur zuschauen, sich aber dennoch über das Ergebnis freuen.

An der mit zahlreichen Zuschauern gesäumten Strecke herrschte eine tolle Stimmung. Hier die Vorbeifahrt der Junioren.