
Remscheid-Lüttringhausen. Mit reichlich
Spitzenergebnissen glänzten am Sonntag die heimischen Radsportler bei der
Straßen-Landesverbandsmeisterschaft im Remscheider Stadtteil Lüttringhausen.
Der über sieben Kilometer lange Rundkurs in Lüttringhausen
hat es in sich und ist einer Meisterschaft absolut würdig. Auf die knapp vier
Kilometer lange und mit einigen Serpentinen gespickte Abfahrt folgt ein drei
Kilometer langer Anstieg zum Ziel, der immer steiler wird und auf dem letzten
Kilometer acht bis zehn Prozent Steigung aufweist. Bei Jessika Eckhardt vom TV Attendorn mischten sich Wut und
Enttäuschung mit Freude über Silber in der weiblichen Jugend. Nur um
Reifenbreite musste sich die vierzehnjährige im brutalen Finale nach 30
Kilometern der zwei Jahre älteren Simona Janke (RV Endspurt Wuppertal)
geschlagen geben. Beide hatten gemeinsam das Ziel mit großem Vorsprung vor den
weiteren Verfolgerinnen erreicht. Die Wuppertalerin hatte sich vor allem
deshalb den Zorn der Oberelsperin auf sich gezogen, weil sie vornehmlich an
ihrem Hinterrad „gelutscht“ hatte, Führungsarbeit verweigerte und im
Windschatten die letztlich entscheidenden Kräfte sparte. Das ist zwar legitim,
aber im Radsport verpönt. „Wir haben uns auf der Abfahrt und im Flachen in der
Führung abgewechselt, aber auf der letzten Runde blieb sie trotz meiner
Aufforderungen hinter mir. Wir haben zwischendurch fast gestanden“, berichtete
Jessika Eckhardt. Letztlich verlor sie die Nerven, zog ihre Konkurrentin mit
den Berg hoch und wurde gnadenlos bestraft. „Sie muss es auch mal drauf
ankommen lassen und cleverer werden“, waren sich ihr Vater Jürgen Eckhardt und
Manfred Hennes einig, die wie viele Mitglieder des TV Attendorn nach Remscheid
gekommen waren, um ihre Fahrer zu unterstützen.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Qualifikation für die
Norddeutsche Meisterschaft vollzog Schülerfahrer (U 15) Christopher Wehmeier.
Er fuhr immer vorne mit, fiel aber in der letzten Runde etwas zurück und
überquerte an Position 19 die Ziellinie, was ihm dennoch erste wichtige Punkte
in der NRW-Sichtung einbrachte. Der Attendorner fährt mit konstanten
Ergebnissen unter den ersten zwanzig eine passable Saison und will sich in den
nächsten Monaten weiter verbessern.
Mit Gold, Blumen und der Siegerschleife in den NRW-Farben
kehrte Tanja Hennes heim und konnte mit der Sonne um die Wette strahlen. Die
Attendornerin im Trikot des Teams „Specialized“, die Mitglied des TV Attendon ist und mit den Kindern trainiert, hatte im Frauenrennen über 6
Runden (45 Kilometer) einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg eingefahren und mit
mehreren Minuten Vorsprung als Solistin das Ziel erreicht. Damit sicherte sie
sich neben dem Titel auch ihren zweiten Saisonsieg, nachdem sie am Vortag beim
„Lambert-Gombert Gedächtnisrennen“ in Ahlen noch dritte geworden war.
Im Rennen der U23 (98 Kilometer) sicherte sich Dominik Ivo,
Kontinental-Profi vom Team Vlassenroot, als achter seine erste
Saisonplatzierung. Der 20-jährige gewann hinter der siebenköpfigen Spitzengruppe den Sprint
des Hauptfeldes. Zuvor war er immer wieder in Fluchtgruppen vertreten,
konnte aber der letztlich erfolgreichen Gruppe nicht mehr nachgehen, weil dort
bereits zwei Fahrer aus seinem Team vertreten waren Die fuhren am Ende einen
Doppelsieg ein.
Der Grevenbrücker ist mit seinem bisherigen Saisonverlauf
unzufrieden, weil er den Erfolgen des Vorjahres noch hinterherfährt. „Ich habe
irgendwie ständig schlechte Beine und weiß nicht so recht, warum. Aber das
Ergebnis heute war ein Schritt nach vorne“, so Ivo. 
Die Attendornerin Tanja Hennes, hier im Trikot ihres Team "Spezialized" wurde Landesverbansmeisterin.

Christopher bei der Zieleinfahrt.

Jonathan Schulte (U15) beendete das Rennen der U15 knapp hinter dem Feld.
|