04.09.2004 - Alpenpässe für Simone Berei ein Vergnügen

Sölden/ Attendorn. Wer mit dem Fahrrad von Oberhundem zum Rhein-Weser-Turm fährt oder von Altenhundem zur Hohen Bracht, weiß, dass man ganz gut ins Schwitzen gerät und der Puls ziemlich flott werden kann. Immerhin rund 300 Höhenmeter bringt man dann hinter sich. Sollte man diese Tortur allerdings mehr als 18 mal innerhalb von 10 ½  Stunden schaffen müssen, würde so mancher Pedalritter angesichts dieser Vorstellung kapitulieren oder ein solches Vorhaben als irrsinnig bezeichnen. Nicht so die Attendorner TV-Radsportlerin Simone Berei. Sie nahm die Herausforderung des Ötztaler Radmarathons an und schaffte  238 km über 5 500 Höhenmeter innerhalb eines Zeitlimits von 13 Stunden.

Gemeinsam mit 3000 Startern aus 20 Nationen ging es morgens um 6.30 Uhr von Sölden aus über Kühtai, den Brennerpass, Jaufenpass und das Timmelsjoch zurück zum Ausgangspunkt. Nur 2516 Starter erreichten das Ziel, Simone war 15. von 85 Frauen und erreichte im Gesamtklassement Platz 1064. Dabei verbesserte sie sich nach mäßigem Anfangstempo von Pass zu Pass stetig und holte vor allem bei den rasanten Abfahrten mächtig auf. Ihre hervorragende Form konnte sie zuletzt am Jaufenpass, dem steilsten und längsten Aufstieg beweisen. Dort machte sie in der Gesamtwertung fast 400 Plätze gut, während viele Fahrer der Härte des Rennens Tribut zollen mussten und aufgaben. „Gut, dass es bei der Abfahrt vom Timmelsjoch geregnet hat, denn so konnte ich noch einige Konkurrenten überholen. Regen ist man ja als Sauerländer bei Abfahrten gewohnt …“, lacht die passionierte Radsportlerin, die Rennveranstaltungen in den Bergen besonders liebt. 14 Tage zuvor konnte sie sich beim „Alpenbrevet“ in der Schweiz für den „ Ötzi“ einfahren: Über „nur“ 160 km, 4 Alpenpässe und 4950 hm erreichte sie unter 388 Teilnehmern Rang 65. Nach diesen Bergtouren reagieren zur Zeit ihre Muskeln auf das Fahren im „flachen Sauerland“ verständlicherweise etwas irritiert. „ Die Beine werden dick und Muskelkater stellt sich ein“, bedauert Simone. Aber schon am nächsten Wochenende lockt der Plettenberger P- Weg- Marathon und da wird sich das schon wieder regulieren….

 
< zurück   weiter >